sport+mode hat Sportfachhändler nach ihrer Einschätzung zu multifunktionellen Sportprodukten gefragt. Spielen Umsatzverluste eine Rolle? Welche Ansprüche erfüllen multifunktionelle Produkte? Und wie verkauft man sie?
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Sportliche Attitüde verkauft sich – das haben die Hersteller von DOB und HAKA bereits seit Längerem festgestellt und richten ihre Kollektionen zunehmend darauf aus. Doch das ist beileibe keine Einbahnstraße, denn genauso begehrt ist bei den Konsumenten modisches Styling, wenn es auf und an die Piste geht
Schließlich will man auch im Schnee zeigen, wer man ist, und dazu gehört natürlich auch in der Saison 2010/11 die entsprechende Snow- und Skiwear. Während das für die zumeist jüngeren Snowboarder und Freerider vor allem bedeutet, auf den geliebten Streetwear-Look nicht verzichten zu müssen, wünscht sich die modeorientierte Urlaubs-Skifahrerin ein mondänes Outfit, in dem sie immer eine gute Figur macht, auf der Piste, beim Aprés Ski und unter Umständen auch beim Winter-Shopping. Stichwort: Multifunktion.
Das gilt im Übrigen nicht nur für die Frauen, sondern auch für die Herren, die insbesondere bei Jacken absolut nichts gegen vielseitige Verwendbarkeit einzuwenden haben. Modische Kompetenz lässt sich bereits auf den ersten Blick kommunizieren: über Farben wie Pink, Türkis und Weiß für die Damen und Oliv, Khaki, Knallblau und Giftgrün bei den Herren; Muster wie Glencheck, Hahnentritt & Grafics; Details wie glitzernde Stickerei oder Pelzbesätze, Cargotaschen oder abnehmbare Patches; Strukturen oder starken Glanz und Schnittformen wie Parkas, Blousons, Röhrenhosen oder Baggys. Nicht ganz so offensichtlich sind die technischen Innovationen, die allen Modellen ganz selbstverständlich in Schnitt und Materialien innewohnen und die beispielsweise erst die enge Silhouette erlauben, die dennoch reichlich Bewegungsfreiheit bietet.
Gürtel bei den Jacken, florale Elemente, Stickereien und Knallfarben kennzeichnen die modischen Ambitionen von Eider bei den Damen. Die Herren kommen mit Militärlook und grafischen Mustern auf ihre Kosten. Einflüsse der 50er und 80er Jahre sind bei Allsport nicht zu übersehen. Da findet sich die Keilhose wieder, allerdings zeitgemäß aus Drei-Lagen-Laminat.
Die 80er erleben mit Daunenjacken in knalligem Lemon-Gelb oder Violett mit Silver Lining abgefüttert eine Renaissance. Baggy-Hosen mit platzierten Nietengürteln bringen den angesagten Glam-Rock in den Schnee. Pelz- und Perlenbesätze, schwarze Spitze im Mix mit schwarzen Pailletten, japanische Ballonseide mit Tigerprint und bewegte Oberflächen befriedigen auch modisch anspruchsvolle Gemüter. Mithalten können in dieser Hinsicht auch die Modelle von Luhta, die künstliches Fell, Allover-Foto-Prints, Ton-in-Ton-Jacquards, glänzenden Polyester oder Laminate mit Melangeeffekt bieten. Die kuschelweichen Shirts und Sweater aus der neuen Jersey-Range von Toni Sailer gefallen durch Details wie Druckmotive, Stickereien und geprägte Logos ebenso wie Glossy-Material mit farbiger Laminatbeschichtung, Pepitamuster für die Damen und Stretchfleece mit metallisch schimmernder Oberfläche für die Herren. Sportalm geht davon aus, dass die „universelle Tragbarkeit an Bedeutung gewinnt“ und kreiert Modelle in 80er-Jahre-Farben mit Schulterbetonung sowie kurze Daunenjacken.
Belowzero spielt auf seine Schweizer Wurzeln an, indem sich traditionelle St.-Galler-Spitzenmotive als Aufdrucke in Laser-Cut-Details und auf Zipperanhängern finden. Aber auch stoffüberzogene Knöpfe, Kapuzenfutter aus Satin, garngefärbter Karo-Jacquard (generell ein wichtiges Dessin) oder leinenähnliches Material haben Aufmerksamkeit verdient.
Colourblockings sieht Oakley nach wie vor für die jungen Wilden, während Oxbow beispielsweise Schachbrettmuster, Retro-Jacquards und karierte Stoffe favorisiert.
Quiksilver transferiert Grafiken von Boardshorts als Allovermuster auf Jacken, bringt Karo-Streetlook auf Funktionsjacken und präsentiert Streetstyles wie Fischgrat oder Twill. Wichtig: Zipper in Kontrastfarben als Stylingelement. Bei Zimtstern dürfen lange und körpernah geschnittene Jacken mit Slimfit-Hosen für die Mädels nicht fehlen. Für die Jungs gibt es zum Beispiel Baggys aus Duffleshell-Stoffen mit Struktur für den Streetwear-Aspekt. Zudem ist man stolz, vermelden zu können, das 100 Prozent der Linings und 92 Prozent aller Oberstoffe der Outerwear bluesignzertifiziert sind. Bench bringt technisch überzeugende Oberbekleidung für diejenigen, die ihrem Stil auch abseits der Straße treu bleiben wollen. Getapte Nähte und behagliches Fleece-Innenfutter zeichnen die Softshell-Jacken, Midlayer-Fleeces, Basics, Sweater, Hosen und T-Shirts in Streetfashion-Optik aus. Auch bei Roxy kommen die Stoffe aus der Stadt: Jacquard, Chevron, Denim, Samt, Leder, Satin und Pelz werden auf undurchlässige, atmungsaktive Membranen laminiert. Farbblöcke, Velours, Streifen, Polkadots und japanisch Inspiriertes gehören zur Dessinpalette.
Bei Helly Hansen legte man besonderes Augenmerk auf die Entwicklung weicher Materialien, die zugleich athletischere Zuschnitte ermöglichen. Elemente wie geraffte Rückenpartien, asymmetrische Ärmel, Lasercuts, Ton-in-Ton-Prints und glänzende Oberflächen sorgen für femininere Optik als in vergangenen Saisons. Highlights dürften der „Blanche Parka“ in skandinavisch cleanem Design und etwas längerem Schnitt hinten sowie das „Enigma Flow Down Jacket“ sein, das die schützenden Eigenschaften einer Hard-Shell-Jacke mit der Wärme, Leichtigkeit und dem Tragekomfort einer Daunenjacke verbindet. Es ist mit dem innovativen Air-Flow-System ausgestattet. Peak Performance widmete sich insbesondere den Details und größerer Funktionalität und veredelte das Sortiment nach eigener Aussage eher als es zu verbreitern. Eine Skijacke in Blousonform mit Dermizax-Membran, die sich der Körpertemperatur anpasst, findet sich bei Northland neben einem Overall.
Letzteren hat auch Norrona im Programm: Der farbenfrohe One-Piece-Suit „Naabi“ erscheint in Limited Edition und besteht aus 45 verschiedenen Gore-Tex Pro-Shell-Stoffteilen, die von innen vertaped sind.
Nicht wirklich ein Einteiler, aber zu einem hermetischen Ganzen wandelbar ist das „Alyeska Snow Outfit“ für Freerider von Mammut. Mittels einer Reißverschlussverbindung können Jacke und Hose vereint werden und der Träger bleibt trocken, elastischer Nierenschutz im Übrigen inklusive.
Ewig frierende Frauen scheint man bei Kjus im Sinn gehabt zu haben. Dem will man mit der „Heating Vest“ abhelfen, die mit Wärmepads am Rücken durch eine speziell für das Unternehmen entwickelt Batterie bis zu vier Stunden Wärme spendet. Ausgebaut wurde das Lightweight-Programm für Damen, das wetterfeste, ultraleichte Modelle aus Vier-Wege-Stretch, weichem Material und mit hohem Tragekomfort umfasst. Für die Herren steht beispielsweise das „Slopes ‚n’ Ropes“-Jacket mit futuristischem Fade-Out-Print und PCM-Material zur Wahl.
Salomon hat mit der „S-Line 3:1“ nach eigener Aussage die leistungsstärkste Skijacke geschaffen, die es im Unternehmen je gab. In ihr muss dank moderner Magnettechnologie keine zusätzliche Membrane mit dem Softshell-Material verbunden werden – vielmehr verändert das Kraftfeld die innere Struktur des Textils und optimiert somit seine Eigenschaften. Die luxuriöse Innenjacke besteht aus weichen Entendaunen in einer winddichten Pertex-Hülle. Im Bereich Jacken präsentiert auch Powderhorn eine Innovation, und zwar eine Hybrid-Daunenjacke, deren äußere Schicht und Membranen aus wasserdichtem Material bestehen, so dass die Daunen selbst bei nasser Witterung trocken bleiben. Außerdem werden ultraleichte Daunenjacken für Damen und Herren vorgestellt, in deren Füllung aus Daunen und Viskose Keramikteile eingearbeitet sind, die die körpereigene Wärme speichern und bei Abkühlung wieder an den Körper abgeben. Neugierig darf man auch auf die neue Technologie von Lafuma sein, die sich durch die gesamte Ski-Kollektion zieht: „Well Doing by Lafuma“ setzt auf Anionen, die für besseres Wohlbefinden sorgen und Infrarot, das die Blutzirkulation erhöhen sollen.