sport+mode hat Sportfachhändler nach ihrer Einschätzung zu multifunktionellen Sportprodukten gefragt. Spielen Umsatzverluste eine Rolle? Welche Ansprüche erfüllen multifunktionelle Produkte? Und wie verkauft man sie?
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1949 bis 2009. Das Jahr 1979 markiert die Halbzeit von 60 Jahren sport+mode. 20 Hefte gab es in diesem Jahr. Wir haben uns alle angesehen. Die folgenden Zeilen sollen ein kurzer Streifzug durch das Jahr sein, der den Lifestyle am Ende der 70er nocheinmal aufleben lässt. Gehen Sie mit uns auf eine kurze Zeitreise
Vieles hat sich verändert in den vergangenen 30 Jahren. Um eins klar zu stellen: Wir sagen das ohne Wehmut! Aber einiges scheint zeitlos zu sein, wenn man sich die 20 sport+mode-Ausgaben des Jahres 1979 durchliest. Einige Themen, denen sich Chefredakteur Jürgen B. Wamser und seine Redaktion widmeten, könnten problemlos in unserer aktuellen Ausgabe stehen. Denn Ladenbau, Umsätze, Schulungen und Messen sind nach wie vor für jeden Händler interessant, wenn nicht unabdingbar. „Abgrenzung von Mitbewerbern wichtiger denn je“ titelte die sport+mode etwa in puncto Ladenbau.
Dass im gleichen Artikel geraten wird, zur Verschönerung des Ladens am besten rustikales Fichtenholz zu verwenden, am besten gepaart mit „reichem Schnitzwerk“, wobei die „Kassen- und Packtheke eine ledergepolsterte Oberplatte erhalten kann“, ist natürlich dem Geist der Zeit geschuldet. Auffällig in allen Artikeln die Wortwahl: Anglizismen findet man wohltuenderweise äußerst selten. Auch die Sportartikel selber haben sich wie Frisuren und Kleidung zum Glück geändert. Wir müssen zugeben: Das Recherchieren fiel nicht allzu schwer – des Öfteren konnten wir uns ein Lächeln nicht verkneifen. Wohlgemerkt ohne die 70er abwerten zu wollen! Aber die spomo-Redaktion war sich darin einig, dass manche Sachen aus heutiger Sicht wie aus einer anderen Welt erscheinen.
So liest man immer wieder Neuigkeiten vom „Trimm-Traber“, der sich „trimmt“. Artikel, die von „allem Wissenswerten rund um den Strickstrumpf“ handeln sind ebenso informativ wie die Tatsache, dass „Jimmy Hartwigs Sportshop in München pleite“ ist. sport+mode gibt am Ende der kurzen Nachricht den „Tipp für voreilige Balltreter: Bleibt besser auf dem Rasen!“ Die Ispo feierte ihr zehnjähriges Jubiläum, es kamen rund 1.100 Aussteller aus 29 Staaten. Angekündigt wurde die Fachmesse in der sport+mode im übrigen schon damals auf einer Doppelseite inklusive Hallenplan.
Die Fachbesucher konnten an zahlreichen Ständen unter anderem „Sportpelze von Fuchs, Wolf und Waschbär“ bewundern. (Spätestens bei diesem Artikel merkten wir, dass es neben den Frisuren noch andere Dinge gibt, die sich glücklicherweise geändert haben!) Uhlsport kam in diesem Jahr zunächst mit einem Handschuh für „Torsteher“ mit einem „Drei-Stufen-Haftschaum“, am Ende des Jahres aus „Kompakt-Haftgummi“. Es war die Zeit, als die deutsche Schuhmarke Romika ihre erste Fernsehwerbung schaltete, Adidas seine Produktion in der UdSSR anlaufen ließ und gleichzeitig das Japan-Geschäft ausbaute. Willy Bogner rüstete die deutsche Olympiamannschaft mit Skianzügen für Lake Placid 1980 aus. Und Hanwag stellte seinen „lederüberzogenen Filzinnenschuh“ einer Expedition zum 8.167 Meter hohen Dhaulagiri zur Verfügung.
Der Wuppertaler Geschäftsmann Peter Feller bot mit seiner Kollektion „Superstar“ eine „Alternative in der Mannschaftsbekleidung“: Seine Hosen bestanden aus „100 Prozent Nylon-Satin“, waren „bügelfrei, superleicht und hochglänzend mit Sicherheitsband“. Kein geringerer als Fußballprofi Kevin Keegan warb dafür.
Natürlich warben auch andere Sportgrößen für bestimmte Produkte: Berti Vogts und Jupp Heynckes für Puma, Tennislegende John Newcombe trug die „Exclusiv-Tennismode“ von Maggia, Ingemar Stenmark raste in Elan die Pisten hinunter und Björn Borg verwendete Duralift-Saitenklemmen und war damit „hochzufrieden“. Hauptgeschäftsführer der Münchener Messe- und Ausstellungsgesellschaft, so lautete der offizielle Titel, war Dr. Werner Marzin, Erich Kiesl bekleidete das Amt des Münchner Oberbürgermeisters. Den vds-Vorsitz hatte Karl-Heinz Wehrhahn inne, Vorstandsvorsitzender der Intersport Deutschland eG war Hans-Martin Andree. Die Mainhausener Verbundgruppe Sport 2000 wurde in diesem Jahr gegründet.
Bei der sport+mode tat sich Wichtiges: Seit Februar 1979 erschien das Heft zweimal statt bisher einmal im Monat. Schon damals lag der sport+mode-Redaktion ein guter Informationsfluss am Herzen, um den Händler rundum und schnell zu informieren. Auf einer ganzen Seite in Heft 3/1979, rosa unterlegt, nahmen dazu Verlagsgründer Erwin Chmielorz und Jürgen B. Wamser Stellung. Unter anderem heißt es darin: „Und wir hätten Sie, unsere Leser, über gewisse Dinge gelegentlich gerne schneller informiert...Da wir gewisse Themen, plötzliche Tagesprobleme usw. künftig nicht mehr lange schmoren lassen wollen, hat sich der Verlag Chmielorz dazu entschlossen, einen fast radikalen Schritt durchzuziehen...Wir sind jetzt auf Schnellschüsse eingestellt.“
Es war schon damals unsere Philosophie zeitnah und aktuell zu berichten. Das Internet hat dieses Vorhaben erleichert. Für Sie ist es einfach geworden, an aktuelle Informationen schnellstmöglich zu gelangen. Mit welchem Inhalt wir unsere Website und das Heft füllen, liegt naturgemäß in der Hand der Redaktion. Wir sind weiterhin immer bemüht, qualitativ hochwertig zu informieren.