sport+mode hat Sportfachhändler nach ihrer Einschätzung zu multifunktionellen Sportprodukten gefragt. Spielen Umsatzverluste eine Rolle? Welche Ansprüche erfüllen multifunktionelle Produkte? Und wie verkauft man sie?
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Seit 1988 steht Karin Augsburger an der Spitze des Familienunternehmens. Sie ist die Tochter des Verlagsgründers Erwin Chmielorz (1912-1988). Ihre beiden Söhne arbeiten mittlerweile ebenfalls im Unternehmen. Für unser Jubiläumsheft stellte sie sich zum Interview zur Verfügung
Die Redaktion der sport+mode gratuliert Ihnen wie wahrscheinlich viele andere Menschen zu 60 Jahren Verlag Chmielorz. Was bedeuten Ihnen zum einen die Glückwünsche und zum anderen die Tatsache, dass es den Verlag schon so lange gibt?
Dass die Arbeit meines Vaters ganz klein beginnend sich so positiv entwickelt hat, dass wir heute von einem erfolgreichen eigenständigen Verlag sprechen können. Die Glückwünsche bestätigen dies und motivieren uns für die nächsten Jahre.
Wann setzen Ihre persönlichen Erinnerungen hinsichtlich des Unternehmens ein und welche sind das?
Meine persönlichen Erinnerungen an den Verlag beginnen damit, dass der Verlag eigene Räume in der Wilhelmstraße 42 bezogen hat. Das war im Laufe der 50er Jahre.
Der Chmielorz Verlag wurde unter Bundeskanzler Konrad Adenauer von Ihrem Vater Erwin Chmielorz 1949 gegründet. Wie erlebte der Verlag die unmittelbare Nachkriegszeit?
Die unmittelbare Nachkriegszeit habe ich als Kleinkind erlebt. Die einzige Erinnerung daran ist ein ständig arbeitender Vater.
Welche Ausbildung haben Sie wo gemacht?
Nach meinem Abitur machte ich eine Ausbildung in der Buchhaltung unserer technischen Betriebe, und zwar im Pressehaus Geisel.
Erinnern Sie sich an Ihren beruflichen Anfang im Familienverlag und können Sie ihn bitte kurz schildern?
Nach einigen Berufsjahren habe ich geheiratet und Familie gegründet und bin erst nach dem Tod meines Vaters in den Betrieb zurückgekehrt. Das war keine komplett neue Situation, da in einem Familienbetrieb wie unserem die Firma der Mittelpunkt ist und wichtige Abläufe gemeinsam besprochen werden. Dadurch war der Wiedereintritt nicht etwas gänzlich Neues. Dazu kommt, dass mein damaliger Ehemann bereits als Geschäftsführer der Firma tätig war.
60 Jahre Verlag – können Sie eine kurze „Verlagsgeschichte“ erzählen, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Der Umzug von der Wilhelmstraße in die heutigen Räume ist mir in besonderer Erinnerung geblieben. Das Ausräumen der alten Büroräume, deren Altmöbel einen Holzstapel von über fünf Meter Höhe erreichte. Der damit verbundene Einzug in die neuen Räume und bei laufendem Betrieb war logistisch nicht ganz einfach zu bewältigen.
Welche Zeit erlebten Sie persönlich als die schwierigste des Unternehmens?
Eine der schwierigsten Zeiten war, als nach nur sechsmonatiger Tätigkeit der Verlaggeschäftsführer unser Haus wieder verlassen hat, um sich selbstständig zu machen. Das war im Jahr 2000.
Welche Zeit erlebten Sie als die „glücklichsten“ des Unternehmens?
Die beste Zeit erlebe ich im Moment. Der Verlag läuft zufrieden stellend und ich habe das Glück, dass meine beiden Söhne sich beruflich für den Familienbetrieb entschieden haben.
Gibt es etwas, was Sie in beruflicher Hinsicht von Ihrem Vater gelernt haben und das Sie bis heute verinnerlichen?
Vertrauen ist gut – Kontrolle besser.
Die Verlagsfee verspricht Ihnen einen Wunsch, der garantiert in Erfüllung geht – welcher wäre das?
Ich würde mir wünschen, dass wir den Status, den wir erreicht haben, halten können und noch zwei oder drei neue Objekte dazu gewinnen können.
Wie beurteilen Sie als Unternehmerin die schwierige wirtschaftliche Situation in Deutschland?
Es gibt klügere Leute, die probieren, die wirtschaftliche Situation zu analysieren. Wir müssen uns auf unseren Bereich konzentrieren und täglich die bestmögliche Arbeit abliefern, dann werden wir auch diese dritte Krise in den vergangenen zehn Jahren überstehen.
Was sagen Sie einem, der das Printmedium anzweifelt und sich sicher ist, dass die Zukunft im Internet liegt?
Das Printmedium muss sich mit dem Internet verbinden, was wir bereits aktuell betreiben. Es muss sich seinen Platz suchen, wie es das Radio gemacht hat als das Kino kam, und es das Kino getan hat als das Fernsehen kam.
Andere Menschen in Ihrem Alter genießen bereits ihre Rente. Denken Sie manchmal an den Ruhestand? Anders gefragt: Können Sie sich ein Leben ohne den Verlag vorstellen?
Das kann ich mir nicht vorstellen. In einem Familienunternehmen geht man mit diesem schlafen und steht auch wieder mit ihm auf – ein Leben lang.
Welche Rolle spielt die sport+mode für den Verlag?
sport+mode spielt eine ganz besondere Rolle für den Verlag und für die Familie. Mit ihr zusammen fällt die Gründung des Verlages und durch den Erfolg der sport+mode konnten wir den Verlag weiter ausbauen.
Was wünschen Sie der sport+mode für die Zukunft?
Ich wünsche der sport+mode, dass die positiven Veränderungen der vergangenen zwei Jahre mit einer komplett neuen Mannschaft weiter gehen und ihre Früchte tragen, und wir weiterhin runde Geburtstage feiern können.