Das sagen die Marktforscher zum Outdoormarkt


Die Marktforschungsinstitute Gfk (Gesellschaft für Konsumforschung) und NPD Group kooperieren, indem sie den deutschen Outdoormarkt gemeinsam unter die Lupe nehmen. sport+mode hat exklusiv Informationen über die Struktur des Outdoorsegments in Deutschland bekommen

Its a man‘s world“– diese Aussage des Soulsängers James Brown gilt noch im deutschen Markt für Outdoortextilien. Wenn auch nur knapp und mit abnehmender Tendenz: 48 Prozent der Umsätze mit Outdoorbekleidung entfallen auf die männliche Klientel. 46 Prozent hingegen auf das weibliche Geschlecht. Sechs Prozent der Erlöse erwirtschaften die Händler mit Kindern. 2010 waren die Männer noch vier Prozent vor den Damen, der Abstand schrumpfte im vergangenen Jahr auf zwei Prozent.

Der Großteil des Geschäfts wird in Deutschland immer noch mit der dritten Schicht gemacht. 59 Prozent der Erlöse erzielen die Händler mit dieser Ware. Auf die erste Schicht entfallen neun Prozent, die zweite Schicht spülte 2011 15 Prozent in die Kassen des Handels. Damit liegen die Umsätze dieser Sortimentsgruppe ein Prozent unter dem Niveau von 2010. Hosen hingegen sind auf dem Vormarsch und legten dieses Jahr auf 17 Prozent 2011 zu.

Multifunktionsschuhe vorn

Im Schuhsortiment wiederum laufen Multifunktionsmodelle mit weitem Abstand vorne weg. 58 Prozent ihrer Umsätze bei Schuhen generiert die Branche mit den vielseitig verwendbaren Modellen. Dahinter rangieren in puncto Erlöse die Trekkingschuhe, auf die im vergangenen Jahr 13 Prozent der Umsätze entfielen. Besonders attraktiv an diesem Produkt ist der lange Bon, den man mit Trekkingmodellen erzielen kann. Dies wird deutlich, wenn man sie mit Hiking vergleicht. Bei den Stückzahlen rangieren Trekking- und Hikingschuhe mit einem Anteil von sieben beziehungsweise acht Prozent fast auf gleichem Niveau. Bei den Erlösen hingegen hängen die Trekkingmodelle die Hikingkollegen mit 13 zu zehn Prozent deutlich ab. Sportsandalen hingegen verkaufen sich mit 13 Prozent der Stückzahlen relativ häufig, tragen jedoch nur sieben Prozent zu den Erlösen des Schuhsortiments bei. Bergsportschuhe sind mit einem Anteil von einem Prozent bei Wert und Menge nur eine Randerscheinung. Acht Prozent der verkauften Modelle waren im vergangenen Jahr Wasserschuhe. Vier Prozent der Erlöse entfielen auf diese Produktkategorie. Winterschuhe bewegten sich stabil in den Jahren 2011 und 2010. Beim Volumen vereinten sie in beiden Jahren sieben Prozent auf sich, beim Erlös acht Prozent im Jahr 2010, ein Prozent weniger im vergangenen Jahr.

Textillastiges Thema

Das Geschäft mit Outdoorprodukten ist noch textillastiger als das Geschäft mit Sportartikeln generell. Diese Aussage lässt sich deutlich aus dem ersten Chart auf Seite 14 ablesen. 65 Prozent der Erlöse mit Outdoorprodukten erwirtschafteten die Händler im vergangenen Jahr mit dem Textilsortiment, ein Prozent mehr als noch im Jahr 2010. Quer über alle Sportartikel liegt der Umsatzanteil von Textilien nur bei 58 Prozent. Dafür ist der Anteil der Hartwarenerlöse bei Outdoor mit stabil zehn Prozent unterdurchschnittlich. 16 Prozent der Erlöse mit allen Sportartikeln hingegen entfallen auf Hartwarenprodukte. Bei Schuhen hingegen weicht Outdoor nicht von der Norm ab. Ein Viertel aller Umsätze mit Outdoor verdanken die Händler diesen Produkten, bei allen Sportartikeln ist es gerade ein Prozent mehr.

Hartware durchleuchtet

„Am Rucksack hängt, zum Rucksack drängt alles“ – dieser Spruch trifft auf die Outdoorhartware zu. Nur selten im Jahresablauf sind die vielseitigen Begleiter für weniger als ein Drittel der Hartwarenumsätze verantwortlich. Allein in der Wintersaison, im November und Dezember, rutschten die Rucksäcke unter diese Marke. Schlafsäcke haben sich dahinter als eindeutige Nummer 2 im Jahresschnitt etabliert. Ihr Umsatzanteil bei der Outdoorhartware bewegt sich zwischen elf und 17 Prozent. Einzig Wanderstöcke können in manchen Monaten hier Schritt halten. Im September und Oktober vergangenen Jahres sorgten sie für 14 respektive zwölf Prozent Umsatzanteil bei Hartware. Luftmatratzen erleben ihre Sonderkonjunktur naturgemäß hauptsächlich in der Frühjahr-/Sommersaison. Zwischen neun und zehn Prozent der Erlöse mit Hartware generierten die Händler vergangenes Jahr in den Monaten Juni bis August mit Matratzen.

Auch das Geschäft mit Zelten fokussiert sich auf die Monate, in denen die Kunden Lust ­haben, ihre Nächte unter dem Sternen­himmel zu verbringen. Die höchste Nachfrage nach diesen Produkten verzeichnete der Handel im vergangenen Jahr zwischen Mai und August. Zwischen sechs und elf Prozent lag in dieser Zeit der Umsatzzanteil von ­Zelten.

Textil schwankt am stärksten

Nicht genug damit, dass das Outdoor­geschäft überproportional abhängig von ­Textilien ist. Hinzu kommt noch, dass der ­Abverkauf von Outdoortextilien im Jahres­ablauf stark schwankt. Nebenstehende
Abbildung ist der deutlichste Beleg hierfür. Die Umsatzveränderungen bei Hartware und Schuhen sind im Vergleich mit dem Textil­sortiment fast zu vernachlässigen. Im vergangen Jahr war der Erlösgipfel bei Outdoor­textilien im Oktober erreicht. Im November hingegen fiel der Absatz schon wieder deutlich geringer aus. Der Februar erwies sich in puncto Outdoortextilverkauf im vegangenen Jahr als der mit Abstand undankbarste Zeitraum.