GfK-Daten für 2013
Harte Fakten: Die Marktzahlen der Gesellschaft für Konsumforschung zum Sportmarkt im ersten Quartal 2013.
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Seit vergangenem Oktober gibt es in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt Mainz ein stationäres Geschäft für alle Geocacher-Enthusiasten in der Region. Angefangen haben Vater und Sohn Domres mit einem Onlineshop. Und zur OutDoor fahren sie auch zum ersten Mal – als Aussteller
Es ist die etwas ungewöhnliche Geschichte von Ralf (50) und Lars (21) Domres. Vater Ralf, gebürtiger Dortmunder und Diplom-Physiker, arbeitete lange Jahre in Entwicklung und Vertrieb des Mainzer Glasspezialisten Schott. Im Jahr 2005 sahen er und sein Sohn zufällig einen Fernsehbericht über einen damals angeblich relativ neuen Trend, der sich Geocaching nannte.
Beide waren so gefesselt von dem, was sie dort sahen, dass sie beschlossen, es selbst auszuprobieren. Geocaching gefiel den beiden. Einige Zeit nach der Eröffnung des Onlineshops errichteten sie eine rund 600 Quadratmeter große Halle mit Bürotrakt und Lager in Waldlaubersheim, rund 40 Kilometer von Mainz entfernt. Der Onlineshop gehört nach Aussage von Lars Domres zu den europaweit größten im Bereich Geocaching. Das Jahr 2006 war das Geburtsjahr der Dogeo GmbH.
Rund fünf Jahre später, im vergangenen Jahr also, planten sie, mit einem stationären Geschäft noch mehr Geocacher zu erreichen, vor allem: den direkten Kontakt zu den bisher im weltweiten Netz verborgenen Kunden herzustellen. Außerdem sei es dem Image eines so großen Onlineshops zuträglich, wenn man einen Geocach-Fachhandel eröffnete, dachten sich die beiden. Vorreiter wollten sie sein. Geplant, getan: Nach kurzer Suche mieteten sie ein insgesamt 120 Quadratmeter großes Objekt in Mainzer 1c-Lage an. Lars Domres: „Geocacher sind von Haus aus mobil, da spielt es keine so große Rolle, wo unser Geschäft ist. Bei der Stadtwahl waren wir flexibel. Es hätte auch gerne eine andere werden können. Uns sucht man gezielt auf, wir sind kein Geschäft, das man betritt, weil man zufällig vorbeikommt.“
Die Zwischenbilanz nach über sieben Monaten stationärem Geschäft fällt durchaus positiv aus. „Uns war klar, dass es einige Zeit dauert, bis sich dieser Schritt rechnet. Wir sind hier der Zeit eindeutig ein Stück voraus“, ist sich Ralf Domres sicher. Man sei entspannt. Das Geschäft in Mainz sei ein Spin-Off des Onlineshops, betont er. Der Clou: Der Hauptanteil ihres Produktangebotes ist die Eigenmarke namens CacheQuarter.
Die Produkte werden in Waldlaubersheim entwickelt, designed und gefertigt – größtenteils, schränkt Ralf Domres ein, ohne sich näher dazu zu äußern. Auf jeden Fall hält der studierte Physiker fest, dass es von unendlich großem Vorteil sei, dass man alle Produkte ja sowieso im Lager in Waldlaubersheim habe, so dass man quasi täglich das Sortiment des Fachgeschäftes verändern könne.
Neun Mitarbeiter zählt die Dogeo GmbH heute. Drei Aushilfen sind es im Mainzer Geschäft, der „Rest“ arbeitet in Waldlaubersheim im Versand, in der Produktion und in der Verwaltung. In welchem Verhältnis der stationäre Handel im Vergleich zum Onlinegeschäft steht, lässt sich zur Zeit noch nicht sagen. „Unseren stationären Handel haben wir zu kurz eröffnet, um darüber jetzt schon eine Aussage treffen zu können“, konstatiert Domres. Was er aber sagen kann: Dass es schwer sei, ausschließlich im stationären Geocaching-Geschäft Fuß zu fassen. Dafür sei die Dichte der Geocacher noch zu gering. Noch – denn seiner Meinung nach wird es künftig immer mehr Geocacher geben. „Die sehr positive Entwicklung geht weiter“, sagt er und beruft sich zusätzlich zu seiner langjährigen Branchenerfahrung auf die Homepage geocaching.com, der führenden Geocaching-Plattform weltweit. Ein Trend sei Geocaching auf gar keinen Fall – noch nie gewesen.
Er definiert Trend so: „Ein Trend ist etwas, was plötzlich da ist – meist aufgrund irgendwelcher Marketingmaßnahmen – und dann genauso schnell wieder von der Bildfläche verschwindet. Geocaching ist hingegen über Jahre organisch und damit gesund gewachsen. Die Sättigung ist noch lange nicht erreicht.“ Außerdem sieht er den großen Vorteil, dass Menschen beim Geocachen ihre Umwelt viel genauer und intensiver kennen lernen würden. „Da kommt man an Orte, die stehen in keinem Reiseführer“, führt Domres aus.
Onlinehändler und stationärer Fachhändler ist die Dogeo GmbH also schon. Nun haben sich Lars und Ralf Domres mit ihrer Firma als Aussteller zur diesjährigen OutDoor am Bodensee angemeldet. Womit? Ralf Domres erklärt: „Wir haben ein aufstellfertiges Geocaching-Verkaufsdisplay für den Outdoor- und Sportfachhandel entwickelt. Dieses Display wollen wir nun einem breiten Publikum bekannt machen.“ Bestückt ist das „CacheQuarter Geocaching-Verkaufsdisplay“, so der offizielle Name des PoS-Materials, mit allem, was der Geocacher zum Legen von Caches benötigt. „Es soll mit einer auf den Bedarf des Geocachers abgestimmten Bestückung geliefert werden“, kündigt der Geschäftsmann an. Neben verschiedenen Behältern, Logbüchern und Aufklebern enthalte es so genannte Trackables, also Gegenstände, die von Geocachern von einem Cache zu einem anderen transportiert werden und deren Weg auf www.geocaching.com protokolliert wird, sowie ein Geocaching Starter Kit für den Einstieg in die Sportart.
„Der deutschsprachige Raum ist unser primäres Ziel, aber mittelfristig werden wir das Display auch im englischsprachigen Raum platzieren“, gibt Entwickler Ralf Domres Einblicke in die Pläne von Dogeo und ihrer Eigenmarke. Alle vier Tage werden die beiden vor Ort sein, um ihre erste Messe als Aussteller erfogreich abzuschließen.