GfK-Daten für 2013
Harte Fakten: Die Marktzahlen der Gesellschaft für Konsumforschung zum Sportmarkt im ersten Quartal 2013.
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Laufschuhe waren im vergangenen Jahr eine der best verkauften Produktgruppen im Sportfachhandel. Grund dafür unter anderem: das milde Wetter und neue Laufschuhkonzepte. Der Handel zeigt sich optimistisch, dass 2012 ähnlichen Erfolg bringt. Die Stimmung in der Szene hat spomo eingefangen
Im Schnitt lag die Wachstumsrate bei Laufschuhen in den vergangenen drei Jahren im Verkauf bei plus acht Prozent. Wir rechnen damit, dass dieser Trend unvermindert weitergeht, weil der Konsument neben seinem klassischen Laufschuh immer häufiger zu speziellen Laufschuhkonzepten als Zweitschuh greift“, sagt Jan Ebeling, Produktmanager Einkauf Schuhe bei Sport 2000. Die Verbundgruppe erzielte im vergangenen Jahr ein Plus von zehn Prozent bei Laufschuhen.
Umsatztreiber waren dabei in erster Linie Natural Running- und Trailrunningschuhe. Sie machten bei Sport 2000 im Jahr 2011 schon 15 beziehungsweise 20 Prozent am Gesamtlaufschuhumsatz der Gruppe aus (Stabil- und Dämpfungsschuhe je 31%, Lightweight 3%). Dabei ist seit 2009 die Tendenz zu erkennen, dass Stabil- und Dämpfungsschuhe Umsatzanteile einbüßen (2010/11: -10% bzw. -4%) und die Kategorien Trail und Natural Running Anteile hinzugewinnen (+5% bzw. +8%). Auch Intersport geht davon aus, dass Laufschuhe ihren Verkaufserfolg in 2012 wiederholen können, allerdings werde die Entwicklung wohl etwas flacher sein.
Natural Running und Trailrunning bekommen derzeit die größte Aufmerksamkeit in der Laufsportbranche. Das sehen auch die Laufsportfachhändler Rainer Ziplinsky, zudem Geschäftsführer der Lex Laufexperten GmbH & Co. KG, und Dieter Lang, Sprecher der Lex-Schuhkommission, so. „Eindeutig sind die Themen Natural Running und Trail zurzeit dominierend“, sagt Ziplinsky. Lang ergänzt zudem den allgemeine Gesundheitstrend sowie Erlebnisläufe als aktuelle Themen. Dafür spricht unter anderem die Cardioscan-Roadshow der Sport 2000 unter dem Motto „Wie fit bist Du wirklich?“. Im Rahmen der Events wird ein wissenschaftlich anerkannter EKG-basierter Gesundheits- und Fitnesstest durchgeführt, der vor allem eine gesundheitsorientierte Zielgruppe ansprechen soll.
Auch für die Industrie ist Running scheinbar noch kein alter Hut. Dies beweisen diverse neue Sponsorings von Laufsportveranstaltungen. So ist beispielsweise Odlo offizieller Ausrüster des Köln-Marathons. Die Multisegmentmarke New Balance will als Sponsor der Triathlonveranstaltungen Challenge Roth und Challenge Kraichgau eine breitere Zielgruppe ansprechen und Saucony tritt als Unterstützer des Düsseldorfer Metro-Marathons in Erscheinung. Zudem sollen neue Laufschuhkonzepte Schwung in den Handel bringen und beim Konsumenten Kaufanreize wecken. In diesem Punkt bieten die Hersteller „diverse Produktinnovationen“ (Ebeling, Sport 2000) beziehungsweise „definitiv reichlich Innovationen bei allen Marken“ (Intersport).
Hier scheiden sich aber mal wieder die Geister. Ziplinsky ist der Ansicht: „Es gibt keine konkreten Produktinnovationen. Man darf hier nicht die Verbesserungen oder Weiterentwicklungen mit Innovationen verwechseln.“ Dieter Lang betrachtet das etwas abstrakter: „Momentan sind wir in einer Art Umbruch, dessen Findung noch nicht abgeschlossen ist und der auch keinen Namen hat. Beim Material für Zwischensohlen wird es Neuigkeiten geben, die sich auf einige Produktgruppen stark innovativ auswirken können.“
Modelle mit flacher Sprengung nehmen bei der Industrie derzeit einen großen Raum ein, in diesem Punkt sind sich die befragten Händler einig. Grund sei der Versuch, einen neuen Markt zu schaffen, einen so genannten Zweitschuhmarkt. Soll heißen: „Meines Erachtens ersetzen diese Schuhe nicht die herkömmlichen Laufschuhe, sondern sie werden für bestimmte Trainingsformen ein- oder zweimal die Woche eingesetzt“, erklärt Ziplinsky und ergänzt: „Sie sind ein Zusatzverkauf. Das Potenzial ist theoretisch fast so groß wie die Läuferschar.“
„Dass der Handel mehr sportive Schuhe möchte, wird schon lange mit der Industrie diskutiert“, erläutert Dieter Lang. Die momentane Situation um Natural Running lasse die leichten und flacheren Schuhe für alle Läufer salonfähig werden. „Bei gekonntem und sensiblem Umgang mit diesen Produkten entsteht eine neue und frische Diskussion im Verkauf“, zeigt er sich sicher. Dies generiere Zusatzverkäufe.
Dabei gibt Lang zu Bedenken, dass die Komplexität dieser Neuigkeiten nicht aus dem Ruder laufen darf. „Wird die Philosophie zu kompliziert, sind dem Marketing und der Umsetzung Grenzen gesetzt“, was konkret bedeute, dass der Händler dem Konsumenten das Produkt nicht erfolgreich verkaufen könne. Auch Jan Ebeling (Sport 2000) hält intensive Verkaufsschulungen für unerlässlich, „um solche neuen Konzepte für Kunden transparenter am Markt zu präsentieren.“