GfK-Daten für 2013
Harte Fakten: Die Marktzahlen der Gesellschaft für Konsumforschung zum Sportmarkt im ersten Quartal 2013.
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Die Forscher der Hohenstein Institute haben in Kooperation mit Faser- und Garnherstellern Neuentwicklungen vorgestellt. Dabei handelt es sich um Produkte, die Tragekomfort, Feuchtigkeitsmanagement und Wärmeisolation von Sportfunktionsbekleidung verbessern sollen
HP2G haben die Forscher der Hohenstein Institute ihr neuentwickeltes Garn für Sport- und Freizeitkleidung getauft. Es soll maximalen Tragekomfort und optimale Wärmeisolation bieten. Die Zwickauer Kammgarn GmbH und die Helmut Peterseim Strickwaren GmbH halfen bei dem Projekt mit. „Das neue Hybridgarn HP2G verbindet die Vorteile von synthetischen Fasern mit denen der Wollfasern“, erklärt Projektleiter Martin Harnisch. Diese Kombination gewährleiste eine hohe Wärmeisolation bei gutem Schweißtransport und kurzer Trocknungszeit. „Zusätzlich zeichnet das Garn eine geringe Neigung zur Knötchenbildung (Pilling) aus, was mit Sicherheit jeden Verbraucher erfreuen wird“, argumentiert Harnisch. Strickmode aus dem neuen Hybridgarn sei somit pflegeleichter, verfilze nicht und sehe auch nach langem Gebrauch wie neu aus.
Im Sport sieht Martin Harnisch besonders großes Potenzial für die Neuentwicklung: Neben gutem Schweißmanagement und guter Wärmeisolation sei hier ein ausreichender Kälteschutz besonders in Ruhepausen nach starker körperlicher Belastung wichtig. Hier setzen die Kleidungsstücke aus HP2G an. „Vor allem Ausdauersportler wie Läufer und Radfahrer können so nach dem Sport das als unangenehm empfundene und Auskühlen und Frösteln verhindern“, zeigt sich Harnisch überzeugt.
Aber auch bei weniger schweißtreibenden Sportarten wie Golf und Wandern oder auch im Berufsalltag spiele das HP2G-Garn seine Vorteile aus. Harnisch erklärt, warum: „Maschenware besitzt die Eigenschaft, viel ruhende Luft einzuschließen und hat in Verbindung mit Wolle eine hohe Wärmeisolation und ein gutes Feuchteaufnahmevermögen. Aber ab einem Feuchtegehalt von etwa 33 Prozent, der bei körperlicher Anstrengung leicht erreicht wird, bietet reine Wolle kein angenehmes Tragegefühl mehr. Der flüssige Schweiß kann auf der Haut nicht verdampfen und wird von den Wollfasern aufgesaugt. Stark feuchte Wolle bewirkt auf der Haut ein unangenehmes Nässe- und Kältegefühl.“
An dem Punkt würden synthetische Fasern eine Unterstützung bieten. Sie sind nicht oder nur sehr wenig wasseraufnahmefähig und können Schweiß von der Haut wegleiten. Als so genanntes Hybridgarn vereint HP2G laut Hohenstein also die positiven Eigenschaften beider Materialien: Es nehme schnell den Schweiß auf und leite ihn vom Körper weg. Während leichter oder nach starker, lang andauernder körperlicher Belastung biete es außerdem eine ausreichende Wärmeisolation und halte so die Körpertemperatur konstant.
Die Hohenstein-Forscher kündigen an, dass die beteiligten Industriefirmen eine neue, textile Produktfamilie entwerfen werden, von Jacke und Pullover bis hin zu funktionellen Accessoires wie Kapuze, Mütze, Pulswärmer und Stulpen. Auch für Berufsbekleidung komme die Neuentwicklung in Betracht.
Eine solche zwischen Sportbekleidung und klassischer, modischer Strickware positionierte Funktionskleidung, ist derzeit nicht am Markt verfügbar“, heißt es aus Hohenstein. Die Produktions- und Verarbeitungstechnologien würden an die neue Garnkonstruktion angepasst und erlaubten eine reibungslose Serienproduktion. Weitere Einsatzgebiete der mit HP2G-gestrickten Textilien seien Möbelbezugsstoffe oder technische Textilien in Verkehrsmitteln.
Die Einsatzmöglichkeiten neu entwickelter, multifunktionaler Cellulose-Regeneratfasern hat derweil eine andere Forschungsgruppe der Hohenstein Institute untersucht. Das Unternehmen Kelheim Fibres, Hersteller von Viskose-Spezialfasern, unterstützte die Forscher dabei. Ziel des Forschungsvorhabens war, das Feuchtemanagements bereits existierender Wärme- und Kälteschutzbekleidung zu verbessern – und zwar mit Hilfe
eines neuentwickelten hydrophilen (wasseranziehenden) Vlieses. Zusätzlich sollen weitere Anwendungsmöglichkeiten der neuen Fasern für Medizin, Kosmetik und Reinigung erschlossen werden.
Laut der Hohenstein Institute schützt die zur Zeit auf dem Markt befindliche Wärme- und Kälteschutzbekleidung den menschlichen Körper bereits gut vor kalten Temperaturen. Doch seien die vorherrschenden Materialkombinationen nur bedingt in der Lage, Schweiß in größeren Mengen aufzunehmen und effektiv vom Körper wegzuleiten. Insbesondere beim Wechsel zwischen kalten und warmen Räumen oder starker körperlicher Belastung entstehe so für den Träger ein unangenehmes Nässegefühl. Der Einsatz einer Pufferschicht aus hydrophilem Vlies, das flüssigen Schweiß besonders gut speichert, könne in diesen Fällen Abhilfe schaffen und den Tragekomfort deutlich verbessern.
In der Medizin und Kosmetik könnten beispielsweise neben Wasser auch gezielt medizinische oder kosmetische Wirkstoffe in die Fasern eingelagert werden, welche anschließend in definierter Weise wieder freigesetzt werden. Ein weiteres denkbares Einsatzgebiet der saugstarken Vliese seien Wischtücher oder andere Absorptionsprodukte. Als Ergebnis der Untersuchung rechnen die Hohenstein Forscher damit, dass es nach einer entsprechenden Grundlagenuntersuchung möglich ist, den Tragekomfort der Schutzkleidung und deren thermophysiologischen Eigenschaften (Wärme und Feuchtigkeitstransport). Abgesehen davon erhoffen sich die Hohensteiner Wissenschaftler und der Industriepartner Kelheim Fibres, mit den Cellulose-Regeneratfasern neue Märkte zu erschließen und innovative Produkte zu entwickeln.