Skibekleidung mit urbanem Pistenlook


Trends aus der Oberbekleidung – wie Vintage-Optik, College-Stil, Farbrausch und Materialmixe – haben Spuren bei der Ski- und Schneebekleidung für die Herbst-/Wintersaison 2012/13 hinterlassen und ergänzen die hochfunktionellen Eigenschaften

Vintage lautet einer der Trends, um den man im Winter 2012/13 auf und an der Piste nicht herumkommen dürfte. Umgesetzt wird dieses Thema unter anderem, indem die Marken auf ihre Ursprünge verweisen. Orage tut dies bei seiner Culture-Linie, die progressive Skibekleidung mit Kultstatus umfasst, wie ausgefallene Styles in Wollqualitäten. Zimtstern vereint im Segment Beat lässigen Straßenlook und sportliche Schneemodelle im Vintage-Stil, der beispielsweise durch Heavy Canvas und Crinkle Twill im Used Look sowie Leder- und Horndetails verkörpert wird.

Mit Mariel präsentiert Schöffel eine Damen-Skijacke in Retro-Optik, die sich durch Daunenfüllung, abnehmbaren Schneefang sowie Kapuze mit Fellimitat auszeichnet. Neu ist der ebenfalls retro-inspirierte Bereich Ski-Style für Herren mit lässigen Schriftzügen und Patches. Modisch rückwärts gewandt im besten Sinne zeigt sich auch die Jacke Le-onie von Toni Sailer: Sie besitzt vorne und am Rücken eine Smok-Stepperei (geraffte Steppung), der breite elastische Gürtel betont die Taille. Das glänzende Obermaterial erinnert durch den starken Kontrast zwischen schwarzen Seitenteilen und farbiger Front- und Rückenpartie an die Mode vergangener Tage. Auf die 50er Jahre verweisen Checker-Modelle mit großem Vichykaro (Bauernkaro) von Killtec, aber auch knallige Westen mit kontrastierendem Futter erinnern an die Vergangenheit.

Biker- und Collegestil

Daneben haben Biker- und Collegestil modisch deutliche Spuren bei der Ski- und Snowwear hinterlassen. Diese zeigen sich unter anderem im Zip-Hoody Russel von Zimtstern, der mit kontrastfarbenen Ärmeln, Logo-Patch auf der Brust und gestreiftem Ripp-Bund an Hüfte und Armen im Stil einer Baseballjacke daherkommt. Oder beim Batter-Jacket von Zimtstern, das über ein Satin-Futter verfügt. Das Jackenmodell Vincent von Toni Sailer setzt den Biker-Look cool in Doppeljacken-Optik mit gemoldeten Ledereinsätzen um. Und Women’s Bright von Zimtstern schlägt für die Damen mit schrägem Zipper und Nieten stilistisch in die gleiche Kerbe.

Provokant und natürlich

Doch modische Ambitionen lassen sich auch anders verdeutlichen. Zum einen spielen Farben in der Saison 2012/13 eine ganz wesentliche Rolle, wobei der Bogen von erdig-natürlichen Nuancen bis hin zu provokanten Tönen reicht, bei denen Lime, Türkis, Koralle und Pink durchaus Hauptrollen eingeräumt werden dürfen. Ebenfalls angesagt sind knalliges Colourblocking, Karos und Streifen in jeglicher Form, zum Beispiel verblichen oder unterbrochen oder Canvas-, Herringbone- und Tribalmuster. Fashiontaugliche Statements lassen sich zudem mit ausgefallenen Materialkombinationen, ungewöhnlichen, bewegten Oberflächen, Strickeinsätzen, Matt/Glanz-Optiken, kontrastierenden Reißverschlüssen und Kordeln erreichen.

Versteckte Funktion

Bei allem modischen Anspruch wird die Funktion natürlich nicht vergessen, auch wenn sie oft erst auf den zweiten Blick erkennbar ist. Haglöfs bringt Skiwear speziell für Freerider, darunter Jacke, Hose und Latzhose aus Gore-Tex Pro Shell, die Bewegungsfreiheit, Belüftung, maximalen Schneeschutz  lässigen Schnitt mit Raum für Rückenprotektoren und Knieschoner bieten. Neu ist das abnehmbare System für den Schneefang, der schnell und einfach zwischen Jacke und Hose angezippt werden kann. Ebenfalls auf drei Lagen setzt Mountain Hardwear mit Snowtastic-Jacket und -Pant, einer Kombination, die mit der permanent atmungsaktiven Dry-Q-Elite-Technologie ausgestattet ist. Zudem punktet sie mit verschweißten Nähten, Ventilationszippern, Schneefang und zahlreichen Taschen.

Allsport rundet trendige Skijacken und -hosen mit grafischen Ethic-Prints mit funktionellem Kevlar in Silber oder Salz-Pfeffer-Optik ab; Nemesis von Maier Sports bietet figurbetonte Modelle mit m’silverheat-Technologie, bei denen der Stoff der Innenseite mit laminierten Aluplättchen versehen ist, die die Körperwärme reflektieren und so, ohne zusätzliches Gewicht, für angenehmes Körperklima sorgen. Beim Lavancher-Jacket von Elevenate schützen Temperatur regulierende Zonen im Rückenbereich vor dem Überhitzen, wenn ein Rückenprotektor oder Rucksack getragen wird. Mountain Equipment lanciert eine Freeride-Kombi für Powder-Tage aus Gore-Tex Softshell, die die Leistung eines Hardshells mit dem Griff eines Softshells vereint. Weitere Features sind vorgeformte Ärmel, Kapuze mit Silikonstreifen, wasserdichter Zwei-Wege-Zipper und zwei große getapte Napoleontaschen.

Multifunktion und Reduktion

Multifunktion hat Killtec bei Jacken im Wende-Look oder den Modellen Tracy Allover, Motamba und Apuva Allover mit futuristischem Karoprint im Sinn. Ebenso Snowsports mit der Dombai-Daunenjacke, die sich dank abnehmbarer Schneeschürze ruckzuck vom Freeride-Jacket in eine stadttaugliche Daunenjacke verwandeln lässt. Aufs Wesentliche reduziert wurde das Lanin-Jacket von Mammut: Zum ersten Mal setzte man bei einer Skitourenjacke auf Gore-Tex Active Shell und kann nun mit 435 Gramm eine der leichtesten Modelle auf dem Markt präsentieren. Aber auch die seit langem bekannte Alpha SV Jacke von Arcteryx zeigt sich dank des neuen Oberstoffs N80p-X um 50 Gramm leichter und wiegt jetzt noch 491 Gramm.

Für Aufstieg und Abfahrt gleichermaßen geeignet ist die Kombi Lyngen von Norrona dank einer hydrophilen Drei-Lagen-Konstruktion, die aus einer PU-Membran besteht und die Cocona Quick Drying-Technologie integriert. Zwei Daunenjacken komplettieren diese Linie, wobei Down 750 vollständig aus Daunenfedern gefertigt ist und an den Seitenpartien sowie der Kapuze auf Primaloft-Füllung verzichtet, wodurch das Gewicht um 100 Gramm reduziert wurde, die Wärmeleistung jedoch um 25 Prozent gestiegen ist. Die Brücke zwischen Fashion und Funktion schlägt ein leicht wattierter Overall aus zweilagigem Water Protect Vier-Wege-Stretch mit neonfarbenen Paspeln und Zippern von Wild Roses; die neu designten Linien Traverse und Rider von Mountain Force verfügen dank Patchworkoptik ebenfalls über modischen Anspruch.

Hosen mal eng, mal weit

Ein wenig schlichter, aber nicht minder funktionell geht es bei den Skihosen zu. Zimt-stern bietet sie in den Schnitten Regular, Baggy und Slim in unterschiedlichen Stoffen an. Abgesteppte Knienähte, ergonomisch eingesetzte Taschen mit Zipperdetails, ab-nehmbare Träger, Kantenschutz und integrierter Schneefang zeichnen nicht nur die Modelle von Killtec aus. Aphrodite wurde von Maier Sports mit hoch geschnittenem Bund und rückwärtigem Neopreneinsatz konzipiert. Die Freeski-Hose Skeena von Salewa ist dort eng, wo es nötig ist und ansonsten lässig weit geschnitten. Elevenate stellt mit der Bec de Rosses-Pant eine dreilagige Freeski-Hose mit herausnehmbarem Stretch-Latzeinsatz und versiegelten Nähten vor.

Die Latzhosen von Arcteryx sind im Look schlanker als es die bequeme Passform vermuten lässt. Und die technische Hardshell-Hose Linard von Mammut, gedacht für den hochalpinen Einsatz, ist außen wasserdicht und innen mit Fleecefutter zur schnellen Feuchtigkeitsaufnahme ausgestattet.
Bei der Ride 2L Padded Men Pant von Puya sorgt der extrem hohe Bund im Steißbereich für Schutz und Stabilität während der Fahrt. Schöffel hat sich bei der wattierten elastischen Herrenskihose Taylor Dynamic aus Venturi-Stretch für einen neuen Schnitt entschieden: Der Bund ist etwas tiefer und weiter geschnitten und lässt sich per Riegel mit der Jacke verbinden.

Zu diesen Pisten- und Powder-Outfits passen Fleeces mit schräger Knopfleiste und weitem Kragen, diagonalem Reißverschluss und Känguru-Tasche, aber auch Jetpullis mit Alloverprint in Schlangenoptik und Sternendesign. Damit steht dem Spaß auf und abseits der Piste sowie beim Après Ski nichts mehr im Wege.